Vier Brüder - zwei weiß, zwei schwarz - treffen nach vielen Jahren wieder zusammen, um ihre ermordete Adoptivmutter zu beerdigen - und zu rächen. Auf einer klassischen Western-Prämisse basierend, formt Regisseur John Singleton ein packendes urbanes Rachemelodram mit realistischer Action im Old-School-Stil der siebziger Jahre.
Der starke Kitt der mit roher Gewalt gespickten Story um vier Boys, die in der Hood von Detroit Rot sehen, ist das vom hier superben Mark Wahlberg angeführte Schauspieler-Quartett. Durch eine nuancierte Mischung von Machismo, Emotion und Humor vermitteln sie ein glaubhaftes Bruderband, wodurch selbst die absurderen Aspekte des schnörkellos realisierten Vigilantenfilms geglättet werden können.
Ausgangspunkt ist der Mord an der 62-jährigen Evelyn Mercer (Fionnula Flanagan) während eines vermeintlich routinehaften Raubüberfalls in einem Eckladen. Bei ihrer Beerdigung werden ihre vier Adoptivsöhne Bobby (Wahlberg), Angel (Tyrese Gibson aus Singletons 'Baby Boy'), Jeremiah (Andre Benjamin von Outkast nach 'Be Cool' weiterhin viel versprechend) und Jack (Garrett Hedlund aus 'Troja') nach längerer Funkstille wieder vereint.
Als Jugendliche waren sie alle hoffnungslose Fälle, die von der sozial engagierten Evelyn adoptiert worden waren. Mit Ausnahme des erfolgreichen Familienvaters Jeremiah sind die anderen immer noch regelmäßig in Schwierigkeiten mit dem Gesetz verwickelt. Vor allem Bobby ist ein hart gesottener Bursche mit einem Kofferraum voller Knarren, der sich jedoch nicht schämt, in seiner Trauer Tränen zu vergießen. Als die Brüder einen Tipp bekommen, dass hinter dem Mord an ihrer Mutter mehr als ein gewöhnliches Gangshooting steckt, nehmen sie selbst die Fährte auf und die Justiz in die Hand. Dies führt zu einem bleihaltigen Whodunnit in der Neighborhood, bei dem häufiger zuerst geschossen wird und dann die Fragen gestellt werden.
Obwohl die schon oft befahrene Plotspur zu korrupten Cops und verschlagenen Gangstern führt, ist diese frische Neuinterpretation alter Actionmotive nicht zuletzt dank der sympathischen Besetzung (darunter auch Terrence Howard aus 'L.A. Crash') good old fun.