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Der Gangster Doc McCoy kommt auf Betreiben des mächtigen Lokalpolitikers Benyon aus dem Gefängnis frei und soll für diesen eine Bank berauben. Bei dem Überfall geht manches schief, aber die Beute ist größer als erwartet. McCoys Begleiterin tötet Benyon, weil sie von diesem bei dem Versuch, Doc freizubekommen, zum Beischlaf erpresst wurde. Mit dem Geld flüchtet das Paar Richtung Mexiko, im Rücken Benyons Mafia-Killer und einen ebenso enttäuschten wie rücksichtslosen Überfallkumpan.
Der große amerikanische Regisseur Sam Peckinpah, der mit Filmen wie Sacramento und natürlich The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz den Western zeitgleich, aber auf ganz andere Art als die italienischen Filmemacher erneuert hat, war immer so etwas wie ein Gesetzloser in Hollywood, ein Individualist, der das System nie richtig besiegen konnte. Das hat mit der Zeit immer deutlichere Spuren hinterlassen in seiner Arbeit, auch in Getaway, seinem erfolgreichsten Film. Natürlich fallen auch hier die typischen, virtuos inszenierten Action-Momente und die den Fluss der Zeit aufhebenden Montage-Sequenzen zuallererst ins Auge und verweisen auf den eigenwilligen Regisseur, der das moderne Action-Kino mitbegründet hat.
Ein genauerer (zweiter) Blick lässt aber auch die Geschichte des professionellen Gangsters und Bankräubers Carter 'Doc' McCoy (Steve McQueen) und seiner Frau Carol (Ali MacGraw), die nach einem schief gelaufenen Banküberfall vor der Polizei, ihren Auftraggebern und einem soziopathischen Partner nach Mexiko fliehen müssen, in etwas anderem Licht erscheinen.
Man kann diese geradlinige Genre-Geschichte durchaus als faszinierende, subversive Abrechnung mit dem System des amerikanischen Films verstehen. Peckinpah bedient hier die Konventionen all der Stories von den einsamen, nur ihrem eigenen Kodex verpflichteten Individualisten und kommentiert zugleich die Stellung, die ein genauso denkender Filmemacher innerhalb von Hollywood hat. Peckinpah selbst ist der Mann, der sich hier wie Steve McQueen an Geschäftemacher und skrupellose Machtmenschen verkaufen muss und dem als einzige Zuflucht Mexiko, dieses Paradies der von der Zeit Überholten, bleibt.
Special Features:
Neue Doku „PASSION & POETRY - GETAWAY IN TEXAS"
Audiokommentar von Mike Siegel
Audiokommentar mit Produzent Nick Redman und den Autoren
Radio-Spots
TV-Spots
Featurettes
Bankraub-Szene mit alternativer Filmmusik
Jerry Fielding alternativer Soundtrack (nur Audio)
Deutscher 35mm Kinotrailer (WA 1980)
Deutscher und englischer Trailer
24-seitiges Booklet von Tobias Hohmann
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