Nachdem ihre Eltern durch einen Brand starben, werden die drei Baudelaire-Kinder der Obhut ihres entfernten Verwandten Graf Olaf anvertraut. Doch das neue Heim entpuppt sich als Horror, wie auch sein Besitzer, der im Kampf um das Familienerbe über Leichen geht. Mit Klugheit und Cleverness entkommen die Kinder, werden aber von Olaf auf ihrer Odyssee durch die Verwandtschaft verfolgt.
Elf Bücher hat das gewitzte PR-Schlitzohr Snicket mittlerweile produziert. Die ersten drei, 'Der schreckliche Anfang', 'Das Haus der Schlangen' und 'Der Seufzersee', bilden die Basis für Snickets Kinodebüt, das in 'Casper'-Regisseur Brad Silberling einen adäquaten Nachfolger für den ursprünglich vorgesehenen Barry Sonnenfeld gefunden hat.
Bereits zur Ouvertüre wird die heile Kinderwelt rotzfrech als Illusion enttarnt, bricht Erzähler Snicket, im englischen Original wunderbar von Jude Law gesprochen, ein kitschiges Animationsmärchen abrupt ab, um zu einer neuen Geschichte anzusetzen, die kindgerecht magisch, aber in ihren Themen auch in der Realität verwurzelt ist. Das Leben ist hier bedrohlich, doch nie ohne Ausweg und Hoffnung.
Die Erwachsenen variieren zwischen gutherzig und dämonisch, zeigen aber einen gemeinsamen Zug, weil sie Kindern nie zuhören. Die Kids brauchen Geborgenheit, erweisen sich aber im Handeln reifer als die älteren Generationen und als gewitzte Problemlöser. Hauptfiguren sind die drei Baudelaire-Geschwister: die 14-jährige Violet, eine vernunftbegabte Erfinderin, der zwölfjährige Klaus, ein allwissender Bücherwurm und Schnullerfloh Sunny, deren altkluges Kleinkindgebrabbel nur von ihren Geschwistern verstanden wird.
Der Zuschauer bekommt Verständnishilfen durch Untertitel, die zu den komischen Highlights des Films gehören. Der freche Witz zeigt sich im Dialog, im Ton des Erzählers, aber auch in visuellen Randnotizen, wie etwa zu Beginn in einem Scrabblespiel, in dem sich beinhart erwachsene Obsessionen verstecken.
Der komplett im Studio realisierte Film von Brad Silberling zeigt fantasievolles Design, prachtvolle Bilder und eine Jim-Carrey-Show, die so üppig ist wie das Budget.