Der äußerst zurückgezogen lebende Millionär Eduard Schlüter ist sehr bodenständig und verhältnismäßig normal: Er isst gern Linsensuppe und Nudeln mit Rindfleisch, liebt seine Siamkatzen über alles und mag es eher rustikal und gemütlich.
Weil er wissen will, wie seine Mitmenschen sich ihm gegenüber verhalten, wenn sie ihn für einen armen Schlucker halten, nimmt er unter anderem Namen an einem Gewinnspiel seines eigenen Konzerns teil und gewinnt tatsächlich den zweiten Preis: einen Aufenthalt in Luxushotel mitten zur winterlichen Hochsaison. Reichlich heruntergekommen tritt er als Eduard Schulze – zum großen Entsetzen von Hoteldirektor und Portier – den Gewinn an. Letztere wurden zwar von Schlüters Tochter auf den inkognito reisenden Millionär vorbereitet, doch halten die beiden den arbeitslosen Dr. Fritz Hagedorn, Gewinner des ersten Preises, für den verkappten Millionär. Schlüter dagegen wird als Schulze ganz schön schikaniert, in einer ungeheizten Dachkammer untergebracht und zu Hilfsarbeiten herangezogen. Sein Diener, der in Gestalt eines Barons im selben Hotel logiert, versucht, seinen Herrn vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Die drei ungleichen Männer schließen schnell Freundschaft, vor allem Fritz und Eduard verstehen sich von Anfang an bestens. Während Diener Johann schicksalsergeben Skifahren lernen soll, muss Schlüter alias Schulze die Eisbahn kehren und Fritz sich der Avancen von Frau Casparius erwehren, die einen vermeintlich guten Fang zu machen glaubt. Als auch noch Schlüters Tochter Hilde mit „Tante Julchen“, der besorgten Hausdame, im Schlepptau auftaucht, ist das Chaos perfekt.
Der zeitlose Klassiker ist ein köstliches Filmvergnügen für die ganze Familie: Die herrliche Winterlandschaft, die amüsante Verwechslungsgeschichte und die grandiosen Charaktere bieten Nostalgie pur und lassen eine heile Welt auferstehen, die so heil auf den zweiten Blick eigentlich gar nicht ist. Das ist natürlich Kästners literarischer Vorlage zu verdanken, aber auch Kurt Hoffmanns (Das Wirtshaus im Spessart) kongenialer Regie. Der Großmeister der deutschen Komödie verstand es aufs Trefflichste geistreichen Witz mit einem Schuss Romantik sowie einer Spur Satire zu würzen.
Jetzt kann Weihnachten kommen – auch wenn die Drei Männer im Schnee ursprünglich im Juli 1955 ihre Premiere feierten, also von Anfang an die Idealvorstellung einer winterlich-warmherzigen Idylle zeichneten, für die sie auch heute immer noch so geliebt werden.