Mitten in der Depressionszeit, mitten in Mississippi, mitten in einem Maisfeld: Angeführt von dem redegewandten Everett Ulysses McGill (George Clooney) gelingt drei Häftlingen die Flucht aus einer Sträflingskolonne. Everett hat seine Kumpanen Delmar und Pete mit der Aussicht auf einen sagenhaften Goldschatz zur Flucht überredet.
Doch zunächst hat das chaotische Trio noch ganz andere Sorgen - denn auf ihrem Weg in die Freiheit warten jede Menge seltsame Zeitgenossen auf sie. Da wären zum Beispiel verführerische Sirenen, die am Flussufer lauern, ein einäugiger Bibelverkäufer, dem man besser nicht trauen sollte und der blinde Chef einer Plattenfirma, bei dem das Trio so ganz nebenbei den Überraschungshit des Jahres aufnimmt. Als schließlich Delmar und Pete erfahren, dass der versprochene Goldschatz gar nicht existiert, sondern Everett nur schnellstens zu seiner Ex-Frau Penny will, um deren neuerliche Hochzeit zu verhindern, sitzen die drei erst so richtig in der Tinte...
Niemand Geringeres als Homer bzw. dessen 'Odyssee' stand Pate für die neueste Farce der Coen-Brüder ('Fargo') und nur das brüderliche Produzenten- und Regisseurteam hinter Art-Movie-Hits wie The Big Lebowski oder Fargo und Meister der schrulligen und ultrastilistischen Genreuntergrabung, konnten sich trauen, die Handlung von Homers Odyssee für eine komische Schelmensaga über drei Knastbrüder auf der Flucht im Mississippi der 30er-Jahre zu klauen.
In diesem, ihrem bisher zwanglosesten Film haben die Coens ein betörendes Sammelsurium aus irrelevanten Situationen, eine Fülle von bizarren Dialogen und jede Menge Gags sowohl verbaler als auch optischer Art geworfen. Zugleich erweisen die Freunde des besonderen Humors Preston Sturges' Klassiker 'Sullivans Reisen' (1941) - nicht nur im Titel - ihre Referenz. Das skurrile, als Verbeugung vor Hollywoods großen Komikern gedachte, Roadmovie konnte nicht zuletzt durch George Clooneys Spiel und den mitreißenden Soundtrack Kultstatus erlangen.