Wenn Herr Lehmann (Christian Ulmen) etwas hasst, dann ist es dieser merkwürdige Brauch, dass man ihn zwar mit "Herr Lehmann" anspricht, aber im gleichen Atemzug duzt. Das geht natürlich genau genommen überhaupt nicht zusammen, nur passt es irgendwie dann doch wieder zu ihm.
Er, der vor Jahren nach West-Berlin gekommen ist, um dem Wehrdienst zu entfliehen, und nun im "Einfall" in der Wiener Straße in Kreuzberg hinterm Tresen steht, ist seit langem eine feste Größe in der Szene, trotzdem hat man das Gefühl, dass er nicht ganz dazu gehört. Hinter der Fassade zur Schau gestellter Lässigkeit, hinter dem so offensichtlichen Desinteresse, mit dem er der Welt jenseits von Kreuzberg begegnet, verbirgt sich etwas, von dem Herr Lehmann selbst keine klare Vorstellung hat.
Aber es sind nur noch wenige Wochen bis zu seinem 30. Geburtstag, einem Datum, das gleich einem Damokles-Schwert über seinem Kopf hängt. Und als wäre das nicht schon genug, muss er sich gerade jetzt in die "schöne Köchin" Katrin (Katja Danowski) verlieben.
Mit gutem Blick fürs Detail sowie feinem Gespür für Tempo, Witz und Schauspielführung erweist sich Leander Haußmann nach "Sonnenallee" erneut als höchst begabter Spielfilmregisseur. In der Titelrolle der auf Sven Regeners gleichnamigem Erfolgsroman basierenden melancholischen Komödie schlägt sich Kinoneuling und Ex-MTV-VJ Christian Ulmen wacker, während Detlev Buck einmal mehr als liebenswerter Loser brilliert. Für Thirtysomethings und alle, die Filme mit Tiefgang und Wortwitz mögen.
Special Features:
Making of
Kommentierte Fotogalerie
Interviews mit Cast & Crew
Zusätzliche Szenen
u.v.m.