Noch bevor das russische Atom-U-Boot K-19 vom Stapel läuft, gibt es zahlreiche Probleme - hinter vorgehaltener Hand erhält es bereits zu diesem Zeitpunkt den Beinamen "Witwenmacher". Auf Befehl der russischen Regierung übernimmt Cpt. Alexei Vostrikov das Kommando über das Schiff, kurz bevor es in See sticht. Der ehemalige Kapitän Viktor Gorelov ist fortan zweiter Mann, was von Anfang an zu Spannungen an Bord führt.
Mitten im Ozean passiert die Katastrophe: Das Boot droht mitsamt seiner radioaktiven Ladung zu explodieren, was unabsehbare Folgen für das bereits stark angespannte Verhältnis der beiden Supermächte USA und UdSSR haben würde. Plötzlich liegt das Schicksal der ganzen Welt in der Hand einer überlasteten Mannschaft und ihrer beiden Kommandanten, die ihre persönlichen Differenzen angesichts der entsetzlichen Umstände beiseite legen müssen.
Ein von den sowjetischen Behörden bis zum Fall des Kommunismus vertuschte Tragödie liefert den Stoff für das Comeback von Kathryn Bigelow als Regisseurin. Es enstand ein aufwändiges, mit Liebe zum historischen Detail realisiertes Drama, das souverän inszenierter Action durch Anbindung an menschliche Konflikte eine emotionale Basis gibt.
Spannung entsteht durch die technischen Mängel, die an Bord des als hochmodern geltenden, aber verfrüht vom Stapel gelaufenen Boots zu einem Leck im Kühlsystems des Reaktors und damit zu einer drohenden Kernschmelze mit unvorstellbaren globalen Konsequenzen führen. Spannung entsteht auch durch die kollidierenden Persönlichkeiten des neuen Kommandeurs (Ford) und seines vom Kreml entmachteten, als Erster Offizier an Bord gebliebenen Vorgängers (Liam Neeson).
Harrison Ford ist dabei der parteitreue Hardliner, der die Belastbarkeit von Crew und Boot mit größter Risikobereitschaft austestet, Neeson dagegen der Kapitän zum Anfassen, der den Menschen immer über den Befehl stellt. Die zwei Charakterköpfe liefern sich ein packendes Autoritätsduell, während der Gedanke an Meuterei bei der Crew zu keimen beginnt und das Leck im Reaktorraum die ganze Mannschaft dem Tode weiht.
Emotional involvierend ist auch die Reparaturaktion, die einige Seeleute ohne Rücksicht auf das eigene Leben direkt in die radioaktive Hölle führt. Alle Schalter klassischen Spannungskinos werden hier umgelegt: der Kampf gegen die Uhr, gegen steigende Instrumentenzeiger, gegen Befehle von oben und gegen die eigene Todesangst. Kalt lässt das nie, auch wenn sich im letzten Akt Charaktere rätselhaft verändern und eine Frage der Soldatenehre die Oberhand gewinnt.
Special Features:
Audiokommentar mit Regisseurin und Kameramann
Making Ofs
Featurettes
Trailer & TV-Spots
Interviews mit Cast & Crew
Wendecover