Roter Drache
Mit Roter Drache hätte viel schief gehen können, aber der Film übertrifft alle Erwartungen. Dieser Spitzenthriller - die zweite Adaption des ersten Hannibal-Lecter-Romans von Thomas Harris - ersetzt den hoch gelobten Manhunter als "offiziellen" ersten Teil der Lecter-Trilogie.
Roter Drache kehrt zum fruchtbaren Boden von Das Schweigen der Lämmer zurück und dient sowohl als Vorgeschichte als auch als Erbe des Lecter-Vermächtisses in der bedrohlichen Darstellung des großartigen Anthony Hopkins. Altbekannte Gesichter und Drehorte tauchen auf, während Lecter den FBI-Profiler Will Graham (Edward Norton) bei der Verfolgung des grausamen "Zahnfee"-Killers (Ralph Fiennes) dirigiert, dessen Mordserie durch ein William-Blake-Gemälde inspiriert wurde.
Durch ihre treue Ergebenheit gegenüber der starken Romanvorlage, haben Tally und Regisseur Brett Ratner einen spannungsreichen Film geschaffen, der es mit den Vorgängern jederzeit aufnehmen kann, wodurch sich für Hopkins als einer der größten Filmbösewichte aller Zeiten der Kreis schließt. Mit seinen Psycho-Anklängen und einer bis in die Nebenrollen ausgezeichneten Besetzung kann sich Roter Drache eindrucksvoll gegenüber allen Befürchtungen durchsetzen.
Special Features:
Audiokommentar von Regisseur Brett Ratner und Drehbuchautor Ted Tally
Audiokommentar zur Filmmusik von Komponist Danny Elfman
The Game
Nicholas Van Orton (Michael Douglas) ist ein knallharter Geschäftsmann; seine oberste Priorität gilt seinem Job. Einsam und jeglicher Illusion beraubt lebt er sein isoliertes Leben - bis an seinem 48. Geburtstag sein Bruder (Sean Penn) vor der Türe steht und mit einem Geschenk aufwartet, das sein Leben vollständig verändern wird ... Ein Spiel ohne Spielregeln, aber mit höchstem Einsatz. Nur zögernd lässt Van Orton sich auf "The Game" ein - und erlebt den Albtraum seines Lebens. Erst verliert er die Kontrolle, dann seinen Besitz und schließlich geht es nur noch um's nackte Überleben...
Erneut beweist Kult-Regisseur David Fincher seine Qualitäten als Mann fürs Düstere. Wie ein Vampir scheut er erneut (nach "Sieben") dass Tageslicht so gut es geht - die Aufnahmen jedenfalls die a) am strahlenden Tage spielen oder b) bei schönem Wetter kann man an einer Hand abzählen. Doch gerade DIESE Atmosphäre ist es, die "The Game" diesen herrlich-morbiden Charakter verleiht.
Dazu spielen die Hauptdarsteller - allen voran Michael Douglas als zynischer Nicholas Van Orten und Sean Penn als sein Bruder - ihre Rollen hervorragend. Und mit Armin Mueller-Stahl reiht sich außerdem auch noch einer der besten deutschen Schauspieler in das Ensemble ein.
Bereits nach wenigen Minuten wird man als Zuschauer mitgerissen in den Strom aus Angst und Panik, den Fincher gekonnt dirigiert bis zum Ende, dass dem legendären Schluss von "Sieben" in Nichts nachsteht ...
Wer auf innovatives und vor allem Eigenständiges steht, der sollte The Game zu seiner Filmsammlung zählen - nicht zuletzt auch deswegen, weil David Fincher auf dem besten Wege ist, ein zweiter Alfred Hitchcock zu werden.