Nestroys "Höllenangst" ist in Martin Kuséjs Inszenierung sehr körperlich zu spüren, besonders am Lachmuskel.
Wendelin heißt der Sohn von Schuster Pfrim und seiner Frau Eva, und als deren Lage wieder einmal besonders hoffnungslos ist und es draußen fürchterlich gewittert, beschwört der Sohn alle Höllenkräfte und besonders den Teufel herbei. Dieser kommt auch prompt, allerdings in Gestalt des Oberrichters, der bei einem heimlichen Rendevouz ertappt wurde und nun auf der Flucht ist. Doch davon weiß der tragikomische Held nichts und wähnt sich fortan wie andere große Personen der klassischen Literatur in einem Pakt mit dem Teufel.
Man kommt aus dem Lachen nicht heraus, obwohl man in tiefste menschliche Abgründe blickt und dabei einen Helden erlebt, der verzweifelt schwankt zwischen teuflischen Allmachtsfantasien und dem Bedürfnis nach Normalität.
Eine Aufzeichnung aus dem Wiener Burgtheater (2006).
Darsteller:
Alexandra Henkel, Caroline Peters, Barbara Petritsch, Louie Austen, Daniel Jesch, Dietmar König, Johannes Krisch, Joachim Meyerhoff, Nicholas Ofczarek, Denis Petkovic, Robert Reinagl, Martin Schwab, Paul Wolff-Plottegg